Ackerberichte

Erfahrungsberichte unserer Mitglieder

Luisas Erfahrungsbericht:

Das erste Jahr SoLaWi: Mehr als nur ein neuer Umgang mit LEBENsmitteln Es ist Herbst und die Ernte weiterhin reichhaltig und super lecker. Gerade mit den tollen Kürbissen der letzten Wochen hat mich ‚unsere Anne‘ sehr glücklich gemacht. Seit dem Frühjahr bin ich jede Woche aufs Neue gespannt, was mich in den Körben in unserem Depot erwartet und mache mir schon auf dem Rückweg die ersten Gedanken, was in den nächsten Tagen gekocht wird. Die ganz frischen Sachen (z.B. Salat, Spinat, Mangold) gibt es noch am Abend oder sie wandern in einen Smoothie. Das Gemüse, das sich lagern lässt, reicht bei uns bis zur nächsten Ernte. Am Wochenende wird nur noch ergänzend das eingekauft, was eben nicht auf einem Acker hier in Deutschland wachsen kann.

Das Resultat sind jede Menge leckere, saisonale Gerichte: Von gebackener Rote Beete über Dicke-Bohnen-Gemüse bis hin zu Zucchini-Puffer. Und ja: Es schmeckt besser, wenn man genau weiß, dass diese Dinge auf einem Acker gewachsen sind, der Luftlinie 2 Kilometer entfernt ist und den man jeder Zeit besuchen kann. Wenn man weiß, dass das Gemüse weder Pestizide gesehen hat, noch lange Lager- und Transportketten hinter sich hat. Wenn man die Person kennt und schätzt, die das Gemüse für einen anbaut und erntet (danke, Anne!). Auch ist man selbst ein bisschen stolz, wenn man durch den ein oder anderen Feldeinsatz etwas dazu beigetragen hat. Dem ökologischen Gewissen hilft es natürlich auch; und unser Sohn lernt Lebensmittel so kennen, wie es sein sollte: Im Urzustand, ohne Hochglanzpolitur in Plastikfolie verschweißt. Ganz nebenbei lernt man nette Leute aus der Region kennen, die dasselbe Ziel verfolgen: Leckeres und einfach gutes Essen.

Hans-Peters Erfahrungsbericht:

Solawi – hä? So ähnlich war meine Reaktion, als Luisa mir von dem Projekt erzählt hat. Ich hatte niemals zuvor davon gehört. Dennoch musste sie mich nicht zu sehr überreden, denn das Thema Nahrungsmittel geht mir schon lange durch den Kopf. So viele Menschen auf der Welt und es werden immer mehr… Für mich steht es fest, dass die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln irgendwann auch für die Supermarkt-verwöhnten Menschen ein Problem wird. Deshalb sollten wir die regionalen Möglichkeiten zur Nahrungsproduktion schätzen und fördern. Das beschreibt in etwa meine Motivation für den Einstieg in das Thema Solawi. Es hat auch Spaß gemacht, bei der Gründung des Vereins mitzuwirken, ich war schon vor über 25 Jahren bei der Gründung von Energiewende Rüsselsheim dabei. Auch damit waren wir unserer Zeit weit voraus.

Das Ganze hat sich dann sehr zu meiner Freude entwickelt. Das Gemüse ist wirklich super geschmakkelig. Es sieht nicht so aus, wie aus dem Supermarkt, schmeckt aber besser. Ich musste lernen, mit dem Angebot zu kochen, anstelle des Einkaufs im Supermarkt passend zum ausgewählten Rezept. Das ist schon eine Umstellung, aber die Herausforderung nehme ich gerne an. Auch steht plötzlich die Haltbarmachung von Gemüse auf der Tagesordnung und ich freue mich z. B. über selbst eingelegte Kürbisse.

Es war auch ein Jahr mit neuen Erfahrungen für meine Sinne: Der erfolgreiche Kampf gegen die Kartoffelkäferplage (Ich habe gelernt Eier, Maden und Käfer selbst zu erkennen); Die Kelterfeste mit ihren Düften und die Kartoffelernte mit den großen Mengen an selbst geernteten „Töften“; Die Mitarbeit bei der Ernte an einem wunderbaren späten Nachmittag Ende September in der Sonne.

Insgesamt bleibt ein richtig gutes Gefühl und ich freue mich auf das nächste Jahr, das ganz bestimmt noch besser wird.

Silkes Erfahrungsbericht, den sie geschrieben hat, um die Mitglieder in einem anderen Verein über die SoLaWi zu informieren:

Um das Konzept kurz zu erklären: Das Ganze ist ein Verein, der aus den monatlichen Beiträgen die Bewirtschaftung eines Bioland-Hofs in Königstädten finanziert. Im Gegenzug erhält jedes Mitglied wöchentlich einen Ernteanteil Gemüse. Der Verein hat sich vor einem dreiviertel Jahr gegründet und seit etwa Mai bekommen wir Gemüse.

Ich kann nach den Erfahrungen des ersten halben Jahres nur sagen: für mich war es eine gute Entscheidung. Es hat natürlich nur Sinn für Leute, die regelmäßig kochen, denn das Gemüse wächst und wird geerntet, ob man nun gerade Lust darauf hat oder nicht. Aber es ist von hervorragender Qualität und natürlich extrem frisch – im besten Falle liegt es eine Stunde nach der Ernte im eigenen Kühlschrank.

Vielen herzlichen Dank an Luisa, Silke und Hans-Peter für ihre Erfahrungsberichte!