Die Idee ist einfach: biologisch angebautes Obst und Gemüse aus der Region bekommen. Der Teufel steckt – wie so oft – im Detail. Eine SoLaWi ist nicht nur ein Verein sondern Arbeitgeber, Erntegemeinschaft und gelebter Naturschutz. Wie sie funktioniert, verdeutlicht diese Zeichnung.

Dazu ein paar erklärende Worte:

Die Mitglieder sind Menschen, die die Natur lieben und die bäuerliche Landwirtschaft erhalten möchten. Eine größere Gruppe, – im Idealfall 50 bis 100 Personen –, legt Geld zusammen, um eine(n) GärtnerIn oder LandwirtIn und einen Hof zu finanzieren.

Der oder die GärtnerIn pflügt die Felder, sät und pflanzt Gemüse und Kartoffeln, manchmal auch Getreide, und erntet. Manchmal braucht er oder sie dabei Unterstützung, etwa zur Erntezeit. Dann helfen die Mitglieder ihm und packen mit an.

Die Ernte gehört den Mitgliedern; sie teilen sie unter sich auf. Einmal in der Woche holen sie sich ihren Teil an bestimmten Verteilstationen ab.

Das Prinzip heißt Bio SoLaWi, weil wir biologisch angebaute Ackerfrüchte haben möchten. Solidarisch ist dies, weil der/die GärtnerIn fair, das heißt mindestens nach Tariflohn, bezahlt wird. Zudem können die Personen, die es sich leisten können, ein bisschen mehr für ihre Ernteteile zahlen und andere Leute, die wenig Geld haben, mitfinanzieren. Das Risiko, wie z.B. Ernteausfälle, wird gemeinschaftlich getragen.

Die Mitglieder sind für den Hof verantwortlich, bestimmen, was angebaut wird und wie viel. Sie erleben, wie alles gedeiht oder auch mal nicht so gedeiht, vielleicht weil der Regen ausbleibt oder später Frost einsetzt. Dann gibt es auch weniger zu verteilen. Kinder und Jugendliche erleben den natürlichen Kreislauf hautnah mit und lernen, wie die Pflanzen wachsen und wo eigentlich ihr Essen herkommt.

Die Mitglieder möchten nicht nur gemeinsam arbeiten, sondern auch gemeinsam feiern. Feste, passend zur Jahreszeit wie z.B. Kelterfest, gemeinsam Spaß haben, sehen, wie der Hof gedeiht – so stellen wir uns das vor.

Lernen sollte auch ein zentraler Baustein sein: Lernen durch Mithelfen, aber auch durch Seminare und die gemeinsame Teilnahme an Veranstaltungen z.B. von Bioland oder vom Netzwerk Solidarische Landwirtschaft. Und wir möchten gerne auch neue Erkenntnisse, z.B. hinsichtlich schonender Bodenbearbeitung, Permakultur usw. bei uns ausprobieren und sehen, wie es funktioniert. Wir können es z.B. Studenten ermöglichen, bei uns zu diesen Themen ihre Arbeiten zu schreiben.

Und, bei all unserem Tun, soll der Naturschutz im Vordergrund stehen! Förderung der Flora und Fauna – wir wollen aktiv etwas gegen das große Artensterben tun! Landwirtschaft nicht gegen die Natur, sondern mit ihr!